Sie ist wieder voll da, die dunkle Winterzeit. Jetzt wo die Sonne kaum mehr über den Horizont hinausschaut und der kalte Wind durch die einsamen Gassen pfeift, scheinen die Tage noch ein Stück länger und trister. Das sorgt schnell für schlechte Stimmung. Antriebslosigkeit in Kombination mit viel Appetit und wenig Lust auf andere Menschen kann auf eine saisonal abhängige Depression (SAD), auch als Winterdepression bekannt, hindeuten. Damit müsst ihr euch nicht abfinden.

Nicht vor der Winterdepression verstecken

Soziale Kontakte, egal ob Freunde oder Familie, sind bei einer Winterdepression besonders wichtig. Auch wenn ihr gerade überhaupt keine Lust auf Menschen habt und lieber den ganzen Tag Netflix schauen wollt. Den Drang, sich im Haus oder in der Wohnung einzuigeln und die Außenwelt auszublenden, müsst ihr überwinden. Daher auch der Appell an alle, die den Eindruck haben, dass es einem Freund oder einem Familienmitglied nicht so gut geht: Seid füreinander da, besucht einander, telefoniert oder nutzt Tools wie Facetime oder Skype.

Außerdem: Rafft euch auf, macht Sport und bewegt euch an der frischen Luft! Das weckt die Lebensgeister. Unternehmt einen Spaziergang durch den Wald, joggt einmal um den See oder schwingt euch auf’s Fahrrad. Selbst wenn der Himmel so grau und bedeckt ist, als könnte er aus Mordor stammen. Tageslicht tut dem Körper besser als eine künstliche Lichttherapie. Falls Bewegung an der frischen Luft nicht euer Ding ist und ihr jetzt meint: “Das Solarium hat doch auch eine Sonne!”, müssen wir euch übrigens enttäuschen. Ein Besuch im Sonnenstudio sorgt leider nicht automatisch für bessere Stimmung. Das dort genutzte ultraviolette Licht darf nicht an die Netzhaut gelangen, weshalb immer eine Schutzbrille Pflicht ist. Gute Laune macht Licht aber nur dann, wenn es über die Augen transportiert wird.

Belebende Düfte

So komisch es auch klingt: nicht zu vernachlässigen sind die richtigen Gerüche. Eine Duftlampe mit ätherischen Ölen wie Bergamotte oder Orange und Zitrone lässt euch vielleicht nicht direkt Freudensprünge vollführen. Allerdings wirken die Düfte belebend und treten den Symptomen der Winterdepression effektiv entgegen. Eine Gesunde und ausgewogene Ernährung rundet das Ganze ab und tut Körper und Seele gleichermaßen gut. Für bessere Laune sorgen vor allem Tryptophan-reiche Lebensmittel wie Fisch, Nüsse, Hülsenfrüchte oder Käse.

Bei leichten Stimmungstiefs helfen pflanzliche Mittel wie Johanniskraut als Trockenextrakt aus der Apotheke. Um keine bösen Überraschungen zu erleben, solltet ihr euch vorher aber über mögliche Wechselwirkungen informieren. Nahrungsergänzungsmittel wie zum Beispiel Vitamin D-Tabletten können ebenfalls wichtige Lücken füllen. Solche Mittel sind aber nur dann sinnvoll, wenn ihr euch nicht oft im Freien aufhalten könnt oder dürft. Wer im Frühling und Sommer nicht den ganzen Tag im Haus hockt und regelmäßig vor die Tür geht, füllt den Vitamin D-Vorrat in der Regel so weit auf, dass keine ergänzenden Mittel nötig sind. Wer dennoch das Gefühl hat, dass ein Vitaminmangel besteht, kann sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen.

Depression ist ein Fall für den Arzt

Wer eine ausgewachsene depressive Verstimmung vermutet, sollte nicht zögern, einen Arzt aufzusuchen. Verschreibt dieser Antidepressiva, berät die Apotheke vor Ort ausführlich zur richtigen Einnahme, falls im Nachhinein noch Fragen aufkommen. Wichtig zu wissen ist zum Beispiel, dass die Wirkung von Antidepressiva erst mit Verzögerung einsetzt. Wer nach der Einnahme den trügerischen Eindruck hat, dass die Mittel nicht wirken, darf diese nicht einfach eigenmächtig wieder absetzen oder die Dosierung erhöhen. Eine Behandlung verläuft nur dann erfolgreich, wenn das Mittel nach Anweisung des Arztes eingenommen wird.

Wer Fragen zur Einnahme der Präparate hat, macht am besten einen persönlichen Beratungstermin in der Apotheke. Dort kann alles in vertraulicher Atmosphäre unter vier Augen besprochen werden. Am besten weist man den Arzt oder Apotheker im Vorfeld auf Medikamente hin, die bereits eingenommen werden. Das minimiert die Gefahr von Neben- und Wechselwirkungen. Dazu zählen nicht nur vom Arzt verordnete Arzneien, sondern auch alle rezeptfreien Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel.