Unser Körper ist jeden Tag unzähligen Bakterien, Viren, Parasiten und Pilzen ausgesetzt. Trotz dieser Armada an möglichen Krankheitserregern erfreuen wir uns den größten Teil des Jahres bester Gesundheit. Wie funktioniert das?

“Das” Immunsystem

Wir besitzen einen ausgeklügelten und komplexen Schutz – das Immunsystem. Es arbeitet ohne Pause rund um die Uhr. Dadurch schützt es uns vor allen möglichen Erregern und Keimen. Doch halt, so ganz stimmt das nicht. Denn es gibt nicht  “das” Immunsystem. Tatsächlich besteht es nämlich aus zwei Teilen: Dem angeborenen (unspezifischen) und dem erworbenen (spezifischen) Immunsystem. Gemeinsam schirmen sie unseren Körper vor unerwünschten Eindringlingen ab.

Unspezifisches und spezifisches Immunsystem

Das unspezifische Immunsystem  ist unsere natürliche Schutzfunktion und wird auch angeborenes Immunsystem genannt. Haut und Schleimhäute dienen dem Körper dabei als Schutzschilde und verhindern das Eindringen von Erregern. Schaffen es dennoch Keime, diese erste Barriere zu überwinden, aktiviert sich die spezifische oder adaptive Immunabwehr. Spezielle weiße Blutkörperchen produzieren daraufhin große Mengen sogenannter Antikörper, die den Eindringlingen schnell den Garaus machen. Das Problem: bis eine wirksame Menge Antikörper produziert wurde, können Wochen vergehen. Darum kommt es im Laufe unseres Lebens zur Ausbildung eines sogenannten immunologischen Gedächtnisses. Unser Körper behält den ersten Kontakt mit Keimen sozusagen in Erinnerung. Bei einer erneuten Infektionen reagiert er schneller als zuvor und bildet direkt größere Mengen Antikörper. So wird die Krankheit schneller bekämpft.

Trotzdem krank?

Leider schafft das Immunsystem es nicht immer, uns zu schützen. Gerade in Herbst und Winter hüten trotz des ausgeklügelten Schutzsystems viele Menschen das Bett. Die kalte Jahreszeit bietet Viren und Bakterien besonders gute Voraussetzungen, um sich schnell verbreiten zu können. Das liegt zum einen an der erhöhten Keimzahl in den Räumen. Diese werden im Winter stark beheizt und schlecht belüftet. Zusätzlich trocknen unsere Schleimhäute schneller aus. Den Erregern wird so Tür und Tor geöffnet. Auch funktioniert das Immunsystem im Winter aufgrund der niedrigen Temperaturen schlechter als im Sommer. Sind die Erreger dann erst einmal im Körper, lösen sie leicht Krankheiten aus. Aber auch unabhängig von Jahreszeiten und Temperaturen kann die Leistung des Immunsystems abnehmen. Bereits eine geringfügige Unterversorgung mit Spurenelementen oder Vitaminen führt mitunter zu Leistungsverlusten bei der körpereigenen Abwehr.

Ergänzungsmittel nicht für jeden sinnvoll

Viele Menschen sind daher der Meinung, zur Unterstützung ihres Immunsystems zusätzliche Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente zu sich nehmen zu müssen. Vollwertig und gesund ernährte Menschen, die viel in Bewegung sind und Kontakt mit Sonnenlicht haben, sind aber in der Regel nicht auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen. Versorgungsmängel bei einzelnen oder mehreren Mikronährstoffen ergeben sich stattdessen oft bei Personen, die sich nicht oft genug im freien bewegen und sich einseitig ernähren.

Die richtige Ernährung

Glücklicherweise kann man die besten Maßnahmen zur Stärkung des Immunsystems schnell und einfach selbst in Angriff nehmen: Ausgewogene Kost und eine gesunde Ernährung spielen eine wichtige Rolle. Ideal ist eine bedarfsgerechte Versorgung mit Makronährstoffen in Form von Kohlenhydraten, Eiweißen und Fetten. Noch wichtiger ist eine ausreichende Zufuhr von Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Viele sekundäre Pflanzenstoffe aus Gemüse und Früchten unterstützen das Immunsystem zudem durch ihre zellschützenden und antioxidativen Eigenschaften.

Sport statt Stress

Neben der richtigen Ernährung ist Sport ein wichtiger Baustein für ein starkes Immunsystem. Wer sich nicht dazu durchringen kann, gleich ins Fitnessstudio zu rennen, sollte zunächst mehr Bewegung in seinen Alltag einbauen. Etwa statt des Fahrstuhls einfach mal die Treppe zu nehmen. Oder man lässt das Auto stehen und fährt einfach mit dem Rad zur Arbeit oder zum Einkaufen. Dazu ein erholsamer Schlaf sowie wenig Stress und man ist auf der richtigen Seite. Wenig überraschend wirken sich unsere vielen menschlichen Laster eher negativ auf unser Immunsystem aus. Rauchen ist für die Funktion des Immunsystems genauso schädlich wie der Konsum von Alkohol. Beides sollte lediglich in Maßen konsumiert werden, um die Funktion des Immunsystems nicht zu schädigen.

Hilfe aus der Apotheke

Im Alltag ist es nicht immer möglich, die guten Ratschläge auch tatsächlich in die Tat umzusetzen. Wer mit der richtigen Dosis Sport oder einer geänderten Ernährung nicht hinterherkommt, findet in der Apotheke vor Ort eine Vielzahl rezeptfreier Präparate, die zur Stärkung des Immunsystems beitragen.  Hierzu zählen insbesondere Vitamine (Vitamin C, D, A, E) sowie Mineralstoffe wie Zink oder Selen. Sie versorgen den Körper mit Inhaltsstoffen, die für eine funktionierende Abwehr unabdingbar sind. Wichtig ist, sich zuvor vom Apotheker  zu möglichen Neben- und Wechselwirkungen beraten zu lassen.


Apothekerkammer Hamburg