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Verhütung – Warum die Pille nicht die einzige Wahl ist

Verhütung

Foto: Anna Svets/pexels

Verhütung: ein Thema, mit dem sich viele Frauen und auch Männer intensiv beschäftigen – gerade junge Menschen vor ihrem „ersten Mal“. 47 Prozent aller Erwachsenen, so hat es die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Umfragen herausgefunden, entscheiden sich für die Pille. Die Antibabypille macht es seit den 1960er Jahren möglich, den Kinderwunsch bewusst zu steuern. Doch im Laufe des Lebens verändern sich die Ansprüche an den „Akt der Liebe“, aber vor allem auch an das Mittel der Verhütung. Wir erklären in diesem Blog-Artikel, warum die Pille nicht die einzige Wahl ist und was es mit dem Pearl-Index auf sich hat.

Pearl-Index

Der Pearl-Index sagt aus wie sicher eine Verhütungsmethode ist. Der Wert besagt, wie viele von 100 gebärfähigen Frauen innerhalb eines Jahres schwanger werden, obwohl sie eine bestimme Verhütungsmethode anwenden. Je kleiner er ist, umso sicherer ist die Verhütungsmethode.

Hormonelle Verhütung

Mittel zur hormonellen Verhütung enthalten meistens jeweils ein Östrogen und ein Gestagen. Die beiden Hormone verhindern den Eisprung, das Eindringen von Spermien in die Gebärmutter und das Einnisten eines befruchteten Eis. Bekanntestes Beispiel: die Anti-Baby-Pille (Pearl-Index 0,1-0,9). Aber Vorsicht, bei Erbrechen, Durchfall oder der Einnahme von manchen Antibiotika, kann die Wirkung der Pille und damit der Schutz ausfallen. Einnahmefehler, die sich Frauen bewusst machen sollten und im Fall der Fälle in dem Einnahmezyklus auf zusätzliche Verhütungsmittel setzen sollten.

Es gibt noch weitere Verhütungsmethoden, die hormonell wirken:

  • Den Verhütungsring (Pearl-Index 0,65) setzen sich Frauen für drei Wochen ein. Der Kunststoffring schüttet Hormone aus, die über die Schleimhäute aufgenommen werden.
  • Das Verhütungspflaster (Pearl-Index 0,9) wirkt ähnlich wie die Pille und der Verhütungsring. Es wird, wie der Name schon sagt, wie ein Pflaster auf die Haut geklebt. Die Wirkung hält eine Woche. Danach muss es ausgetauscht werden. Hierbei kann es jedoch zu Hautirritationen kommen oder das Pflaster kann sich ablösen.
  • Um dieses Ablösen zu umgehen, wird oft anstatt des Pflasters ein Verhütungsstäbchen (Pearl-Index <0,1) Es wird in einem kleinen operativen Eingriff dicht unter die Haut implantiert. Nach drei Jahren muss es ausgetauscht werden.
  • Ähnlich wirkt auch die Dreimonatsspritze (Pearl-Index 0,88). Hier werden die Hormone direkt injiziert. Sie muss alle drei Monate aufgefrischt werden.

Verhütung durch Kupferspirale

Der Chemie-Unterricht ist vielleicht schon etwas länger her, doch Kupfer-Ionen schützen vor ungewollten Schwangerschaften. Sie verändern den Schleim in der Gebärmutter und hindern so die Spermien am Eindringen in die Eizelle. Die Kupferspirale (Pearl-Index 0,9 – 3) und auch die Kupferkette besteht aus Kunststoff, welcher mit einem feinen Kupferdraht umwickelt ist. Nach dem Einsetzen dieser Verhütungsmittel besteht ein Schutz für bis zu zehn Jahren. Die Apotheken vor Ort können hier beratend zur Seite stehen und über Vor- und Nachteile aufklären.

Verhütung & Schutz vor Geschlechtskrankheiten

  • Ja, auch Kondome haben ein Ablaufdatum. Eine regelmäßige Kontrolle kann vor Rissen schützen.
  • Beim Aufreißen der Verpackung kann das Kondom kaputt gehen, also Vorsicht mit Fingernägeln oder spitzen Gegenständen.
  • Beim Überziehen sollte keine Luft eingeschlossen werden. Beim Samenerguss kann es dann zu einem Riss kommen. Am besten, während das Kondom übergezogen wird, die Spitze festhalten und es bis zum Ende abrollen.
  • Beim Rausziehen aus der Scheide sollte darauf geachtet werden, dass das Kondom am Ende festgehalten So kann es nicht verrutschen.

Natürliche Familienplanung

Die Pille und andere hormonelle Verhütungsmittel haben eine lange Liste an Nebenwirkungen, wie Übelkeit, Kopfschmerzen oder starke Stimmungsschwankungen. Seit einigen Jahren ist ein Trend zur hormonfreien Verhütung zu beobachten, immer mehr Frauen „steigen um“. Hier gibt es einige Methoden, deren verhütende Wirkung im Zusammenspiel erhöht wird. Gut zu wissen: Diese Verhütungsmethoden müssen erlernt werden. Entscheidet sich eine Frau für einen hormonfreie Verhütung, sollte sie sich von einem Apotheker oder einer Apothekerin genauestens beraten lassen!

  • Eine Methode ist die Basaltemperaturmessung (Pearl-Index 0,8 – 3). Jeden Morgen wird die Temperatur gemessen. Bei einem Anstieg der durchschnittlichen Temperatur von 0,2 bis 0,5 Grad findet ein Eisprung statt. Wichtig ist, dass das Thermometer zwei Stellen nach dem Komma anzeigen muss. Hier ist Disziplin gefordert, denn nur eine regelmäßige Messung kann zu verlässlichen Ergebnissen führen. Die Messergebnisse können jedoch von Medikamenten, schlechtem Schlaf, Stress oder auch Alkohol beeinflusst werden.
  • Auch die zweite Methode erfordert eine enorme Disziplin und sollte beispielsweise mit einem Apotheker oder Apothekerin besprochen sein. Die Billings-Methode (Pearl-Index 5) untersucht den Schleim am Muttermund. Die Frau kontrolliert regelmäßig die Konsistenz und Farbe: Bei klarem, spinnbaren Zervixschleim steht ein Eisprung bevor. Dieser Schleim wird jedoch stark von äußeren Einflüssen bestimmt und es kann zu Abweichungen kommen.
  • Eine etwas teurere Methode ist der Hormoncomputer. Anhand der Konzentration von Östrogen und dem luteinisierenden Hormon im Morgenurin zeigt er die fruchtbaren und unfruchtbaren Tage an – an den fruchtbaren Tagen muss verhütet werden.

Diskrete Beratung in der Apotheke

Die Apotheken können über die verschiedenen Verhütungsmethoden in einem diskreten Gespräch aufklären, um vor Gefahren zu schützen. Grundsätzlich sollten jeder Mensch und jedes Paar sich Gedanken zu seinen individuellen Wünschen machen, um das passende Verhütungsmittel zu finden.

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