Werden die Tage kürzer und das Wetter rauer, ist es ein gewohntes Bild: Menschen mit roter Schniefnase, bewaffnet mit Taschentuch und Hustenbonbons, bevölkern die Hamburger Straßen und die U- und S-Bahnen. Durchschnittlich vier Mal im Jahr ist ein erwachsener Mensch von der gemeinen Erkältung betroffen – und genauso beständig wie die Krankheit selbst sind auch die Irrtümer, die mit ihrer Diagnose und Behandlung einhergehen. Sehen Sie dazu auch die Folge “Erkältungen richtig behandeln” aus unserem Gesundheits-Schnack bei Hamburg 1.

Erkältung oder Grippe?

Wer kennt es nicht: Kaum schmerzt in der Winterzeit kurz der Hals, geben viele Menschen bereits innerlich jegliche Lebensfreude auf und stellen sich darauf ein, die nächsten Tage und Wochen grippebedingt ans Bett gefesselt zu verbringen. In den meisten Fällen haben Betroffene aber keine Grippe, sondern lediglich eine ganz normale Erkältung. Die begleitenden Halsschmerzen sowie die laufende Nase sind zwar sehr nervig, aber in der Regel harmlos. Die Erkältung wird dabei durch einen Virusinfekt ausgelöst und beginnt schleichend – Erkrankte fühlen sich von Tag zu Tag schlapper. Außerdem klingt sie bereits nach einigen Tagen wieder ab, sodass sich Betroffene schnell wieder deutlich besser fühlen. Der Einsatz von Antibiotika ist bei einer Erkältung übrigens ein sinnloses Unterfangen. Da die Erkältung durch Viren ausgelöst wird, Antibiotika aber lediglich gegen Bakterien helfen, kann man sich die Einnahme getrost sparen.

Deutliche Symptome

Wer sich stattdessen eine echte Grippe eingefangen hat, merkt dies nicht nur deutlich intensiver, sondern auch schneller: Im Gegensatz zur Erkältung kommen die Symptome nicht schleichend. Schlagartig kommt es zu Fieber, Appetitlosigkeit und Schüttelfrost, die den Erkrankten mehr oder minder sofort außer Gefecht setzen. Während man eine Erkältung normalerweise innerhalb von etwa 14 Tagen hinter sich hat, haben Grippekranke deutlich länger mit ihrer Infektion zu kämpfen. So können, je nach Schwere der Krankheit, Wochen oder auch Monate vergehen, bis man wieder fit ist.

Nützliche Hausmittel

Leider gibt es bis heute keine Möglichkeit, eine Erkältung mit Medikamenten signifikant zu verkürzen. Hat man sich angesteckt, muss man da also irgendwie durch. Neben dem obligatorischen Netflix and Chill (Ältere fragen jetzt bitte ihre Kinder oder Enkel) sollte man während einer Erkältung auf eine vitaminreiche Ernährung achten. Gerade zu Beginn ist eine Schwitzkur mit Linden- oder Holunderblütentee zu empfehlen. Vom Reizhusten Geplagte sollten auf Malventee setzen, zum Abhusten hingegen hilft Thymiantee. Reichlich zu trinken, egal ob Tee oder Wasser, hilft dabei, die Mundschleimhäute feucht zu halten und die Heilung zu begünstigen. Auch das Lutschen von Bonbons regt die Speichelproduktion an und verschafft Linderung.

Arzneimittel zur Selbstmedikation

Sollten die guten alten Hausmittel aus Omas Zeiten nicht mehr ausreichen, können Erkrankte zu Arzneimitteln greifen. Halstabletten sind ebenso geeignet wie Schmerzmittel á la Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure. Kinder unter zwölf Jahren sollten den zuletzt genannten Wirkstoff jedoch nicht bekommen. Eine verstopfte Nase lässt sich mit einem Nasenspray behandeln. Um Arzneimittelmissbrauch und eine Gewöhnung zu verhindern, sind diese Sprays am besten nur vor dem Schlafengehen zu verwenden. Falls nach sieben Tagen noch keine Besserung eingetreten ist, sollte man lieber einen Arzt aufsuchen. Eine schonendere Möglichkeit, die Nase zu befreien, sind Sprays mit steriler, isotonischer oder hypertonischer Kochsalzlösung oder Meersalz.

Nicht den Helden spielen

Zum Schluss noch ein Rat für alle, die sich bei einer Erkältung selbst behandeln: Kommt es neben den klassischen Symptomen noch zu hohem Fieber, eitrigem Auswurf und chronischen oder einseitigen Halsschmerzen, ist es Zeit, zum Arzt zu gehen. Wer zudem ohnehin schon regelmäßig Medikamente einnimmt, unter Allergien leidet oder schwanger ist, sollte sich vorher in der Apotheke erkundigen, welche Erkältungsmittel ohne Bedenken eingenommen werden können.


Apothekerkammer Hamburg