Erkältung, Schmerzen

Fünf Erkältungsirrtümer

Welche Erkältungsirrtümer in den Bereich der Mythen gehören und was wirklich gegen Schnupfen & Co. hilft weiß die Apothekerkammer Hamburg.

Jill Wellington/pexels

Viele Erkältungsirrtümer halten sich hartnäckig, doch was ist dran an den vielen „Weisheiten“, die rund um Schnupfen & Co. kursieren? Stimmt es, dass eine Erkältung durch Kälte hervorgerufen wird? Lässt sich durch die Vitamin-C-Einnahme eine Erkrankung abkürzen? Kann man durch einen Saunabesuch der Erkältung entgehen? Lesen Sie in unserem Blog-Artikel, welche Weisheiten in den Bereich der Mythen gehören und was wirklich hilft.

Erkältungsirrtümer – Nr. 1:
Erkältung kommt durch Kälte

Frösteln, frieren, bibbern: alles nicht angenehm, aber eine Erkältung – oder besser: einen grippalen Infekt – fängt man sich über Viren und nicht durch Kälte ein. Durch die niedrigen Temperaturen ziehen sich die Gefäße in den Schleimhäuten der Nase jedoch zusammen, die Durchblutung verringert sich. Viren und Bakterien können dann leichter zuschlagen. Hilfreich ist jetzt ein Meerwasser-Nasenspray, es hält die Schleimhäute feucht. Und auch auf eine ausreichende Trinkmenge sollte man im Winter achten. Echte Frostbeulen kommen mit ungesüßten Tees übrigens gut durch den Wintertag. Gut zu wissen: Eine Erkältung kann sich allerdings mit einem Fröstelgefühl ankündigen.

Erkältungsirrtümer – Nr. 2:
Erkältung ausschwitzen

Ein echtes No-go: mit einer Erkältung in die (hauseigene) Sauna. Der Körper ist durch die Viren geschwächt und sollte nicht durch Kälte-Hitze-Reize zusätzlich strapaziert werden – das gilt auch für das Sportprogramm. Lieber ein paar Tage auf Spaziergänge an der frischen Luft setzen und das Saunieren solange verschieben, bis die Erkältung abgeklungen ist. Auch mal entspannen, wie mit einem Buch auf der Couch sitzen, hat positive Effekte. Allerdings: Mit regelmäßigem (!) Saunieren lässt sich Erkältungen vorbeugen. Durch die Saunabesuche werden die Abwehrkräfte gestärkt und das Herz-Kreislauf-System trainiert.

Worauf man bei der Hautpflege im Winter achten sollte, lesen Sie in unserem
Blog-Artikel „Kälteschäden vorbeugen

Erkältungsirrtümer – Nr. 3:
Erkältung mit Vitamin C stoppen

Keine Lust auf Schnupfennase, Halsschmerzen & Co.? Verständlich, doch leider lässt sich ein vorhandener grippaler Infekt nicht einfach stoppen – auch nicht, wenn man zum Beispiel hochdosierte Vitamin-C-Präparate, Zink oder Echinacea einnimmt. Bevor man sich mit Nahrungsergänzungsmitteln eindeckt, sollte man sich in der Apotheke vor Ort beraten lassen. Natürliche Stärkung für das Immunsystem liefern Gemüse, Obst & Co. Zusätzlich lässt sich die Aufnahme fettlöslicher Vitamine übrigens spielend leicht erhöhen: einfach die vitaminreichen Nahrungsmittel mit ein wenig Fett, zum Beispiel mit einem guten Öl, anreichern – dadurch wird deren Aufnahme über den Darm gesteigert.

In unserem Blog-Artikel „Darmgesund leben“ lesen Sie, warum der Darm für
unser Immunsystem so wichtig ist

Erkältungsirrtümer – Nr. 4:
Viel hilft viel

Sie scheinen vielsprechend allen, wirklich allen Erkältungssymptomen ein schnelles Ende zu setzen. Die Rede ist von Komplexpräparaten. Die bis zu sechs Wirkstoffe sollen gegen die verschiedensten Symptome helfen – ganz unabhängig davon, ob sie bestehen oder nicht. Durch enthaltende Wirkstoffe wie Coffein fühlt man sich zwar fitter, doch auskuriert ist man nicht. Denn: Die Erkältungssymptome werden lediglich „unterdrückt“. Besser ist es, nur ein Präparat gegen das tatsächlich bestehende Symptom auszuwählen. Nase verstopft? Hier hilft ein abschwellendes Nasenspray. Halsschmerzen? Lutschpastillen oder Rachensprays lindern die Beschwerden. Damit es auch in der Selbstmedikation nicht zu unerwünschten Wechsel- oder Nebenwirkungen kommt: In der Apotheke vor Ort können sich Erkältungsgeplagte sachkundig zu den passenden Mitteln beraten lassen.

Erkältungsirrtümer – Nr. 5:
Küssen verboten

Stimmt glücklicherweise nicht ganz, denn: Ob ein kleines Küsschen oder ein leidenschaftlicher Kuss, die Erkältungsviren werden direkt über den Mund in den Darm transportiert. Dort angekommen, werden sie unschädlich gemacht.

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