Rosa Tabletten. Bunte Kapseln. Eine braune Flasche mit irgendeiner Flüssigkeit. Wer viele rezeptpflichtige Medikamente dauerhaft einnimmt, verliert schnell den Überblick. Wofür, oder besser: wogegen, war nochmal die Tablette? Und soll sie vor oder nach dem Essen eingenommen werden? Den Überblick behalten und damit die Arzneimitteltherapie sicher machen. Das gelingt durch den bundeseinheitlichen Medikationsplan.

Viele Medikamente. Ein Plan.

Anspruch auf einen Medikationsplan haben gesetzlich versicherte Patienten, die mindestens drei verschreibungspflichtige, systemisch wirkende Medikamente dauerhaft – also über einen Zeitraum von mehr als 28 Tagen – einnehmen. Der Plan wird in der Regel vom Hausarzt, bei dem alle Fäden zusammenlaufen, ausgestellt. Aber auch andere niedergelassene Fachärzte oder Ärzte im Krankenhaus können den Plan erstellen, ändern oder ergänzen. Zusätzlich zu den verordneten Arzneien sollten übrigens auch frei verkäufliche Präparate eingetragen werden.

Von Hamburg bis ins Allgäu

Aufgebaut ist der bundeseinheitliche Medikationsplan immer gleich– ob er in der Hansestadt ausgestellt wird oder in Oberstdorf. Diese Einheitlichkeit stellt sicher, dass Versicherte die benötigten Informationen stets an derselben Stelle wiederfinden. Außerdem werden die Inhalte des Medikationsplans dadruch verständlich und gut lesbar.

Gemeinsam für mehr Sicherheit

Betroffene, die einen Medikationsplan haben, sollten ihn nicht nur zu jedem Arztbesuch, sondern auch mit in die Apotheke bringen. Egal, ob sie ein Anschlussrezept oder eine neue Verordnung einlösen. Der Apotheker wird in seiner Beratung alle Informationen, die im Plan enthalten sind, miteinbeziehen. Das betrifft die korrekte Anwendung aber auch mögliche Wechselwirkungen, die sich aus der Verschreibung ergeben können. Das macht die Therapie sicherer und reduziert gefährliche Interaktionen zwischen den verschiedenen Arzneien.

Immer „up-to-date“

Patienten sind in der Regel selbst dafür verantwortlich, dass ihr Medikationsplan aktuell und vollständig ist. Aber wenn der Patient es möchte, ergänzt und aktualisiert auch der Apotheker den vorgelegten Medikationsplan gern. Das gilt sowohl für Arzneimittel, die rezeptfrei erhältlich sind oder bei Vorlage eines Rezeptes, wenn diese Arznei noch nicht im Plan enthalten ist.

Vom Papier zum e-Plan

Papier? Ja, noch wird der Plan ausschließlich in Papierform eingesetzt. Das soll sich im Laufe des Jahres mit Einführung des e-Medikationsplans ändern. Abgelöst wird die Papierversion damit allerdings nich. Die elektronische Speicherung der Medikationsdaten ist für den Patienten freiwillig. Gesetzlich Versicherte haben weiterhin Anspruch auf einen Ausdruck ihres Medikationsplans.