Der Lüttje Duddkopp

Lüttje Duddkopp: Medikamente nicht einfach absetzen

Lüttje Duddkopp

Die kleine Möwe Lüttje Duddkopp ist gerade aufgewacht und schaut verschlafen zwischen den Halmen seines Nests auf den sonnendurchfluteten Hamburger Hafen. Er herrscht reges Treiben. „Dat is woll dat Wedder“, denkt sich die Möwe und überlegt einen kleinen Ausflug zur Familie Schulz zu machen.

Als er das letzte Mal da war, hat Lüttje gelernt, wie man richtig Blutdruck misst und er fragt sich, wie es jetzt wohl Anjas Mutter geht. Bestimmt muss sie jetzt Medikamente einnehmen. Die kleine Möwe erinnert sich an die Verletzung, die sie mal am Flügel hatte. „Dor muss ik Antibiotika nehmen“, sagt Lüttje und schüttelt sich beim Gedanken daran. Tabletten nimmt er gar nicht gerne, aber er hat die Medikamente trotzdem so lange genommen, wie der Arzt gesagt hat. Lüttje sammelt sich kurz und stößt sich dann vom Nest ab, um loszufliegen.

Nach einiger Zeit sieht er das bekannte rote Dach unter sich und gleitet in einer Spirale herunter, um an der Fensterbank des Wohnzimmers zu landen. Drinnen sieht er viele Menschen. „Villicht fiern se en Fest“, denkt die kleine Möwe sich, es ist schließlich Wochenende und es gibt endlich gutes Wetter. Er sieht Anja auf ihn zu kommen und springt schnell zur Seite. Sie öffnet die Wohnzimmertür und beginnt die Gartenmöbel zu reinigen. Die anderen kommen nach um ihr zu helfen und den Tisch zu decken. In dem Trubel erkennt Lüttje Svea, Finn und Sönke und freut sich sie wiederzusehen.

Lüttje hat es sich auf einem Ast des kleinen Apfelbaumes am Ende des Gartens gemütlich gemacht und beobachtet das Fest. Tatsächlich, dort neben Anja sitzt ihre Mutter, sie unterhalten sich. Es scheint um ihren Bluthockdruck zu gehen, die kleine Möwe hört interessiert zu. Wie Lüttje gedacht hatte, muss sie regelmäßig ihre Medikamente nehmen. Aber es scheint ihr nicht zu gefallen, immer müsse sie an die Tabletten denken, dabei merkt sie gar keinen Unterschied, wenn sie sie einige Tage nicht nimmt. Anja ist davon gar nicht begeistert.

Sie erklärt ihrer Mutter, dass es sehr wichtig ist die Medikamente regelmäßig zu nehmen. Anja war schließlich auch mit bei den Arztbesuchen und in der Apotheke. Dort wurde alles genau erklärt. Sie erinnert sich: Der Apotheker sagte, sie dürften die Dosis der Medikamente nicht ohne Absprache mit dem Arzt verändern. Es kann manchmal schwierig sein, sich an die vielen Vorgaben zu halten, aber es ist wichtig für den Therapieerfolg. Wenn die Mittel nicht nach Plan genommen werden, wird nicht der notwendige Wirkstoffspiegel im Blut erreicht. Besonders bei Medikamenten gegen Bluthockdruck, ist es für viele Patienten schwer die Erfolge zu sehen, weil sie den Bluthockdruck gar nicht spüren. Andere Gründe können auch sein, dass es Probleme bei der Selbstorganisation gibt oder die Patienten Sorgen wegen Neben- oder Wechselwirkungen haben. Darüber können sie aber immer mit Arzt oder Apotheker sprechen, dann kann bei Problemen die Medikation angepasst werden. Für eine bessere Organisation kann in der Apotheke ein Medikationsplan erstellt werden, der dann durch Routinen gefestigt werden sollte. Zu Beginn können dabei Wecker oder Erinnerungen helfen.

„Anja weet ganz schöön veel“, murmelt Lüttje beeindruckt. Auch Anjas Mutter scheint überzeugt. Sie einigen sich darauf, demnächst zur Apotheke zu gehen und dort einen Plan erstellen zu lassen. Außerdem wollen sie eine Tablettenaufbewahrung kaufen. Anja will ihrer Mutter dann einmal die Woche helfen, dort alles einzusortieren. „Dat is en goden Plan“, denkt die kleine Möwe sich.

Dann fällt Lüttjes Blick auf Svea und Finn, die gerade auf dem Rasen Fußball spielen. Ihre Tore haben sie mit ihren Schuhen markiert und scheinen viel Spaß zu haben. Lüttje schaut eine Weile belustigt zu, aber als langsam die Sonne untergeht, beschließt er, sich auf den Heimweg zu machen. Im Flug denkt er sich nur: „Wo schöön, dat bald richtig Sommer is!“

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