Medikamente

Cortison – Vorurteile und richtige Anwendung

Cortison wird häufig als Spray inhaliert.

Quelle: ABDA

Viele Patientinnen und Patienten sind zunächst verunsichert, wenn ihnen eine Behandlung mit Cortison verordnet wird. Dabei stehen heute unterschiedliche Corticoide mit verschiedenen Wirkstärken zur Verfügung, die gezielt auf die jeweilige Erkrankung und die individuelle Situation abgestimmt werden können. Richtig eingesetzt, ermöglichen sie eine wirksame Therapie, während das Risiko für Nebenwirkungen möglichst gering gehalten wird. Dennoch sind Corticoide hochwirksame Arzneimittel, deren Anwendung sorgfältig erfolgen sollte.

Vielseitig einsetzbar

Cortison ist ein Hormon, das der Körper selbst in der Nebennierenrinde bildet. Es erfüllt wichtige Aufgaben und hilft unter anderem dabei, Entzündungsreaktionen zu regulieren. Darüber hinaus beeinflusst Cortison verschiedene Vorgänge im Körper, beispielsweise den Kreislauf und den Stoffwechsel sowie Funktionen im Blut und an den Augen.

Die Anwendungsgebiete

  • Asthma

Bei Asthma wird Cortison häufig als Spray inhaliert. Der Wirkstoff gelangt dadurch direkt in die Atemwege, wo er Entzündungen der Bronchialschleimhaut hemmt und die Schleimbildung verringern kann. Das erleichtert die Atmung und hilft, Beschwerden langfristig zu kontrollieren. Da inhalative Corticoide vor allem dort wirken, wo sie benötigt werden, gelangt im Vergleich zu einer Einnahme als Tablette deutlich weniger Wirkstoff in den übrigen Körper. Dadurch ist das Risiko für systemische Nebenwirkungen geringer.

  • Heuschnupfen und allergische Beschwerden

Bei Heuschnupfen und anderen allergischen Beschwerden können Corticoide gezielt dort angewendet werden, wo die Symptome auftreten. Nasensprays wirken beispielsweise direkt auf die entzündete Nasenschleimhaut. Je nach Erkrankung und Beschwerden kommen auch andere lokal wirkende Präparate zum Einsatz.

  • Hauterkrankungen

Cortisonhaltige Salben, Cremes, Gele oder Sprays können Entzündungen, Rötungen und Juckreiz der Haut lindern. Sie werden unter anderem bei Neurodermitis, Schuppenflechte, allergischen Hautreaktionen und Ekzemen eingesetzt. Welche Wirkstärke und Anwendungsdauer geeignet sind, hängt von der jeweiligen Hauterkrankung und der betroffenen Körperstelle ab.

  • Rheumatische Erkrankungen

Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen können Corticoide Entzündungen und damit verbundene Schmerzen und Schwellungen reduzieren. Je nach Erkrankung und Therapieziel werden sie beispielsweise als Tabletten eingenommen oder als Injektion verabreicht. Häufig kommen sie gezielt und zeitlich begrenzt zum Einsatz.

Was bei Einnahme zu beachten ist

Wer Cortison als Tablette einmal täglich einnimmt, sollte dies in der Regel morgens tun, möglichst zwischen sechs und acht Uhr. Zu dieser Zeit ist auch die körpereigene Cortisolproduktion besonders hoch. Die Einnahme am Morgen orientiert sich damit am natürlichen Tagesrhythmus des Körpers. Entscheidend sind jedoch immer die ärztlichen Vorgaben zur Einnahme.

Nach der Anwendung eines cortisonhaltigen Inhalationssprays empfiehlt es sich, den Mund gründlich mit Wasser auszuspülen und das Wasser anschließend auszuspucken. Dadurch lässt sich das Risiko für lokale Nebenwirkungen wie Heiserkeit, Reizungen im Mund- und Rachenraum oder Mundsoor verringern. Wichtig ist außerdem die richtige Inhalationstechnik. In der Apotheke können sich Patientinnen und Patienten die korrekte Anwendung ihres Inhalationsgeräts zeigen und üben lassen. Diese Beratung kann unter bestimmten Voraussetzungen als pharmazeutische Dienstleistung angeboten werden und ist für Patientinnen und Patienten kostefrei.

Bei einer längerfristigen Behandlung mit Cortison kann das Risiko für Osteoporose steigen. Ob zusätzlich Calcium und Vitamin D sinnvoll oder notwendig sind, sollte individuell ärztlich oder pharmazeutisch abgeklärt werden. Dabei spielen unter anderem die Cortisondosis, die Dauer der Behandlung, die Ernährung und das persönliche Osteoporoserisiko eine Rolle.

Auch ein Magenschutz mit säurehemmenden Medikamenten ist nicht grundsätzlich bei jeder Cortisontherapie erforderlich. Ob ein solches Präparat sinnvoll ist, entscheidet der Arzt anhand der individuellen Risikofaktoren und weiterer eingenommener Medikamente.

Mögliche Nebenwirkungen

Wird Cortison nur kurz angewendet, sind im Regelfall selbst hohe Dosen unproblematisch. Mit längerer Anwendung und höherer Dosis steigt jedoch das Risiko von Nebenwirkungen. Bei lokaler Anwendung können Nebenwirkungen an den entsprechenden Stellen auftreten, beispielsweise kann die Haut nach längerer Anwendung dünner werden. Tabletten und Spritzen können in manchen Fällen Gewichtszunahmen, Osteoporose oder Magenreizungen auslösen.

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Individuelle Therapie

Entscheidend für eine erfolgreiche Cortisontherapie ist, dass Präparat, Dosierung und Behandlungsdauer individuell auf die Patientin oder den Patienten abgestimmt werden. Treten während der Behandlung Nebenwirkungen oder ungewöhnliche Beschwerden auf, sollten diese mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprochen werden. Wichtig ist außerdem, Cortison nicht eigenmächtig abzusetzen oder die Dosierung zu verändern. Insbesondere nach einer längeren Behandlung muss die Dosis häufig schrittweise reduziert werden, damit sich der Körper darauf einstellen kann.

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