Sind Ihnen die Plakate, die derzeit bundesweit in Bahnhöfen und im öffentlichen Nahverkehr zu sehen sind, auch schon begegnet? Oder haben Sie die Aktionen in den sozialen Medien und den Apotheken vor Ort erlebt? Mit eindrücklichen Slogans wie „Sparpolitik gefährdet Ihre Gesundheit“ machen sie klar, wie sehr die wirtschaftlich angespannte Lage der Apotheken auch die zuverlässige, niedrigschwellige Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Arzneimitteln bedroht. Bereits in wenigen Tagen startet die ABDA, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, zudem eine an die Politik gerichtete Onlinepetition zu Stärkung der Apotheken, und wir würden uns sehr über Ihre Teilnahme freuen. Die Petition kann elektronisch ausgefüllt werden und ist eine Unterstützung, um die Erhöhung des Fixums zu erreichen. Jede Stimme zählt!
Was die Apotheken schon heute leisten – jeden Tag und jede Nacht
Die Apotheken vor Ort haben seit 2024 etwa eine Milliarde E-Rezepte eingelöst und sind eine zentrale, unverzichtbare Säule in der ambulanten Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Hierzu gehören zum Beispiel die umfassende, kompetente Beratung zur korrekten Anwendung von Medikamenten sowie Nacht- und Notdienste an Wochenenden und Feiertagen. Die Lieferung von Arzneimitteln und anderen Apothekenprodukten bis an die Haustür ist vor allem für kranke oder ältere Patienten und außerhalb der Großstädte eine große Hilfe im Alltag. Wann immer es kein geeignetes Fertigarzneimittel gibt, stellt zudem grundsätzliche jede Apotheke sogenannte Rezepturen her; dabei handelt es sich um individuell gefertigte Medikamente, die genau auf den jeweiligen Therapiebedarf abgestimmt sind. Manche Apotheken sind auch spezialisierte Anlaufstellen für die Drogenersatztherapie, teilweise sogar mit Sichtbezug. Das heißt, das pharmazeutische Team gibt die Substitutionsmittel nur zur unmittelbaren, kontrollierten Einnahme vor Ort aus.
Die Patienten wünschen sich mehr Leistungen, nicht weniger
Neben der Arzneimittelabgabe und -beratung gehören weitere Leistungen wie etwa Impfungen gegen Grippe und COVID-19 („Corona“) zum Angebot der Apotheken. Eine Umfrage des bekannten Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der ABDA hat zudem klar gezeigt, dass sich etwa zwei Drittel der Deutschen noch mehr Versorgungsdienstleistungen in der Apotheke vor Ort wünschen. Hierzu sollen zum Beispiel Tests auf verschiedene Infektionskrankheiten gehören sowie die Ermittlung erhöhter Cholesterin- oder Blutzuckerwerte, die ein großes gesundheitliches Risiko darstellen können. Ein Drittel der Befragten wünscht sich ein erweitertes Impfangebot. Zur Verdeutlichung: Zwischen Juli und Dezember 2025 wurden in den Apotheken vor Ort 172.941 Influenza-Impfungen verabreicht. Das ist ein Anstieg von rund 85.000 Impfungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt bieten 1.682 Apotheken im ganzen Bundesgebiet Impfungen an. Auch diese Zahl wächst kontinuierlich und trägt dazu bei, die Impfquoten in Deutschland zu steigern.
Wie angespannt die Versorgungssituation der Bevölkerung bereits jetzt ist und welche Forderungen die Apotheken vor Ort an die Politik stellen, erfahren Sie in demnächst im zweiten Teil.


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