Mok di plietsch

„Frauenherzen schlagen anders“: Aktionstag am 6. Februar

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Foto: Bastian Riccardi_pexels.com

Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 20.000 Frauen an den Folgen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, weil Beschwerden aufgrund anderer Ausprägungen als bei Männern zu spät erkannt oder falsch eingeordnet werden. Dieses Risiko ist in der Öffentlichkeit noch immer zu wenig bekannt. Um geschlechtsspezifische Unterschiede stärker ins Bewusstsein zu rücken, haben die Organisation Healthcare Frauen und die Herz-Hirn-Allianz die Kampagne #GoRed initiiert. Sie verfolgt das Ziel, Prävention zu stärken und die Versorgungssituation von Frauen langfristig zu verbessern. Am 6. Februar 2026 zeigen bereits zum vierten Mal Menschen in ganz Deutschland mit einem roten Kleidungsstück oder Accessoire ihre Unterstützung. Das Engagement schafft Aufmerksamkeit für eine geschlechtersensible Prävention und Versorgung.

Gendersensible Herzmedizin rettet Leben

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache bei Frauen. Die Gründe sind vielfältig: Zum Beispiel ist vielen Menschen gar nicht bewusst, dass sich diese Erkrankungen bei weiblichen Betroffenen oft anders äußern als bei Männern. Zudem beruhen wissenschaftliche Studien, medizinische Leitlinien und Therapieempfehlungen meist auf Daten von Männern. Gendersensible Dosierungen und Therapieansätze müssen noch häufiger angewendet werden. Andernfalls bleibt eine Versorgungslücke, die die Sicherheit und Qualität der Behandlung von Frauen beeinträchtigen kann. Damit Prävention und Früherkennung wirksam greifen, muss das Bewusstsein für geschlechtsspezifische Unterschiede deutlich gestärkt werden.

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Warnsignale früh erkennen und ernst nehmen

Im Notfall zögern Frauen im Durchschnitt länger, einen Notruf abzusetzen. Ein Grund dafür ist, dass mögliche „weibliche“ Herzinfarktsymptome wie Engegefühl im Brust- oder Oberbauchbereich, anhaltende Übelkeit, extreme Erschöpfung oder Kopfschmerzen den Betroffenen unspezifisch erscheinen oder fehlgedeutet und als harmlos eingeschätzt werden. Hinzu kommt, dass Frauen auch seltener reanimiert werden als Männer. Ursache ist oft die Unsicherheit von Ersthelfern ohne tiefere medizinische Kenntnisse. Durch gezielte Schulungen und den Einsatz weiblicher Reanimationspuppen können Hemmschwellen reduziert und die Überlebenschancen verbessert werden.

Prävention ist auch wichtig für Gesunde

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen spielen eine zentrale Rolle, um Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und wirksam vorzubeugen. Die sogenannte Primärprävention richtet sich an gesunde Frauen und hat das Ziel, erste Krankheitsfälle zu verhindern. Dazu zählen gesundheitsfördernde Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und der Verzicht aufs Rauchen. Für Frauen ab 40 Jahren sind niedrigschwellige, jährlich wiederkehrende Check-ups besonders wichtig, um Risiken für sowie erste Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen frühzeitig festzustellen. Gerade während der Wechseljahre steigt das kardiovaskuläre Risiko deutlich aufgrund von hormonellen Veränderungen, erhöhter Stressbelastung und weiteren spezifischen Risikofaktoren.

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Spezielle Vorsorge für Risikopatientinnen

Die „Sekundärprävention“ richtet sich an Frauen mit erhöhtem Risiko oder bereits bestehenden Vorerkrankungen. Das Ziel ist, das Fortschreiten einer etwaigen Vorerkrankung sowie schwere Folgeereignisse zu verhindern. Zu den Maßnahmen gehören strukturierte Behandlungsprogramme und regelmäßige Kontrolluntersuchungen. Liegt sogar bereits eine Herz-Kreislauf-Erkrankung vor, ist eine konsequente Therapie besonders wichtig.

Beratung in der Apotheke vor Ort

Das Team in der Apotheke informiert Frauen und Männer gleichermaßen über wichtige geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Medikamentenwahl sowie mögliche Symptome und Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dabei kommt eine maßgeschneiderte Beratung allen Geschlechtern zu Gute.