Quälende Reize in den Beinen können höchst unangenehm sein. Was  Patienten mit einem Restless-Legs-Syndrom beachten sollten, lesen Sie in unserem Blog-Artikel.

Restless Legs und Müdigkeit

Wehe, wenn sie müde werden. Die Qual in den Beinen macht sich dann erst recht bemerkbar. Es zieht und zerrt an Nerven, Muskeln und Knochen. Für die Geplagten gibt es nur einen Ausweg, um die Pein zu stoppen: aufstehen und sich bewegen! Das Nervenleiden ist sehr verbreitet. Bis zu fünf Prozent der Erwachsenen erkranken daran, mit dem Alter steigt das Risiko.

Intervalle nehmen zu

Alle Betroffenen klagen über ähnliche Beschwerden: Sobald sie zur Ruhe kommen, stellen sich unangenehme Gefuühle in ihren Beinen ein — also im Sitzen und Liegen, abends und nachts. Dann kommt der Drang, sich zu bewegen. Denn nur Gehen oder Massieren der Muskulatur lindert die Missempfindungen. Anfangs treten solche Episoden nur alle paar Wochen auf, doch die Intervalle werden mit der Zeit immer kürzer und stören irgendwann den Schlaf massiv.

Schlafmangel durch Restless Legs

In schlimmen Fällen kommen Betroffene die ganze Nacht nicht zur Ruhe. Die Folgen: Schlafmangel und Rückzug aus dem sozialen Leben. Wer nur unter Qualen sitzen kann, meidet Kinos, Theater oder Restaurants. Viele Patienten finden zunächst Wege, sich selbst zu helfen. Sie kneten oder bürsten ihre Beine, nehmen kalte Wasserbäder, wandern im Schlafzimmer auf und ab.

Die Grenzen der Selbstmedikation

Lindert die Selbstbehandlung die Beschwerden nicht ausreichend, können Medikamente sehr gut helfen. Experten raten, verdächtige Symptome von einem Facharzt für Neurologie abklären zu lassen. Denn anders als man aufgrund der Symptome vermuten könnte, ist das Leiden keine Erkrankung der Beine, sondern der Nerven. Mediziner wissen heute, dass Gene bei der Entstehung eine große Rolle spielen. Aber auch Umweltfaktoren, über die man bisher wenig weiß, scheinen darüber mitzubestimmen, ob die Erkrankung ausbricht.

Diabetes erhöht das Risiko

Eine fortgeschrittene Nierenschwäche, Eisenmangel und auch Diabetes sind bekannte Risikofaktoren für RLS. Je mehr Begleiterkrankungen jemand hat, desto größer ist sein Risiko. Auch deshalb sind ältere Menschen stärker gefährdet als jüngere.

Restless Legs und Medikation

Die Diagnose kann der Arzt oft schon stellen, wenn ihm ein Patient die typischen Beschwerden schildert. Anhand einer Blutprobe kann er beurteilen, ob das Syndrom im Zusammenhang mit einer Stoffwechselerkrankung, einem Eisen- oder Vitaminmangel steht. Arzneien, die der Arzt gegen das Restless-Legs-Syndrom verschreibt, lindern die Pein im Bein, indem sie in den Stoffwechsel der Nerven eingreifen.

Gut Beratung für Betroffene gibt es bei der Deutsche Restless Legs Vereinigung (Telefon: 089/550 28 88-0). Für Interessierte gibt es dort Infomaterial, Veranstaltungen und Adressen von Selbsthilfegruppen und Fachärzten.

Quelle: Wort & Bild-Verlag