Augenrötung, Fremdkörpergefühl, Kratzen und Brennen. Beschwerden am Auge sind immer besonders unangenehm. Das Phänomen der trockenen Augen ist in der Fachwelt als Benetzungsstörung oder als Sicca Syndrom bekannt. Ursache ist in vielen Fällen ein Mangel oder eine veränderte Zusammensetzung der Tränenflüssigkeit. Augenerkrankungen können aber ebenso Auslöser sein wie Zugluft oder der Einfluss von Klimaanlagen- oder trockener Heizungsluft Die Wirkung ist jedoch in allen Fällen die gleiche: der Tränenfilm reißt auf, sodass die Augenoberfläche nicht mehr richtig geschützt ist

Natürliche Schutzbarriere

Verteilt sich die Tränenflüssigkeit durch den Lidschlag richtig, funktioniert diese wie ein Schutzfilm gegen Bakterien und Viren. Sie enthält Substanzen, die Keime abtöten und vor Infektionen schützen. Außerdem sorgt sie dafür, dass Fremdkörper leichter ausgeschwemmt werden können. Sind die Augen nicht mit genügend Tränenflüssigkeit benetzt, trocknet die Augenoberfläche zu sehr aus, sie wird wund und undurchsichtig. Dies führt zu einem verstärkten Trockenheitsgefühl sowie dem charakteristischen Augenbrennen und Jucken. Wer unter trockenen Augen leidet, ermüdet schneller als normal. Zudem erhöht sich die Lichtempfindlichkeit der Augen. Obwohl das Auge „trocken“ ist, tränt es bei äußeren Einflüssen, etwa starkem Wind, leichter als sonst.

Einfluss von Laptop, Tablet und Smartphone

In vielen Fällen wird die Augentrockenheit durch lange und häufige Bildschirmarbeit noch weiter gefördert. Während der konzentrierten Arbeit am Computer blinzeln die Menschen seltener als normal. Dadurch erneuert sich der Tränenfilm nicht regelmäßig und die Augenoberfläche trocknet aus. Von dieser „digitalen Augenkrankheit“ ist besonders die junge Generation betroffen. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der US-Organisation „The Vision Council, in der 10.000 US-Bürger zu ihrem digitalen Medienkonsum befragt wurden. Von den 84 Prozent der Befragten, die zwischen 1981 und 1996 geborenen wurden und ein Smartphone besitzen, leiden 68 Prozent an trockenen Augen. Dabei sitzen 37,4 Prozent der Befragten bis zu neun Stunden täglich vor dem Laptop oder dem Smartphone. Wer mehrere Stunden am Tag vor dem Bildschirm verbringt, sollte daher bewusst „Blinzelpausen“ einlegen, um die Augen nicht zu überfordern. Daneben hilft regelmäßiges Lüften, die trockene und damit für die Augen schädliche Luft im Raum auszutauschen.

Augentropfen für künstliche Tränen

Hat man das Gefühl trockener Augen, ist zunächst der Gang zum Augenarzt wichtig, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen und die Symptome gegenüber anderen Erkrankungen abzugrenzen. Linderung verschaffen befeuchtende Augentropfen, die als Tränenersatzmittel funktionieren. Diese beheben die Benetzungsstörung, indem sie die Augenoberfläche befeuchten und die Qualität des Tränenfilms verbessern. Der Apotheker berät gerne zur richtigen Medikation und der richtigen Anwendung. Oft ist es hilfreich, aufgrund der begrenzten Haltbarkeit von Augentropfen auf Einzeldosispackungen auszuweichen. So umgeht man auch das Problem von schlecht vertragenen Konservierungsmitteln.

Keine Weißmacher

Sogenannte Weißmacher sind hingegen nicht sinnvoll. Zwar sorgen diese zunächst dafür, dass das Auge äußerlich wieder gesund aussieht, jedoch treten die Symptome nach Absetzen der Tropfen wieder auf. Beim der Auswahl des richtigen Arzneimittels ist es zudem wichtig, dem Apotheker mitzuteilen, ob man bereits andere Arzneimittel einnehmen muss. Damit ist leichter ersichtlich, welches Mittel im Einzelfall am geeignetsten ist, um Neben- und Wechselwirkungen auszuschließen.


Apothekerkammer Hamburg