In unserem Blogbeitrag zum Start der ABDA-Kampagne „Uns gibt’s nicht zum Nulltarif“ haben wir beleuchtet, was die Apotheken vor Ort schon heute Tag und Nacht alles leisten und welche weiteren Versorgungsleistungen sich die Patienten laut einer aktuellen Forsa-Umfrage wünschen. Die Apotheken sind eine unverzichtbare, zuverlässige Säule in der ambulanten Gesundheitsversorgung der Bevölkerung. Dennoch sind Sie und wir Zeugen eines seit 2013 anhaltenden Apothekensterbens, das die Versorgungslage immer stärker bedroht. Eine Hauptursache ist die angespannte wirtschaftliche Lage der Apotheken, die eine schnellstmögliche Erhöhung des Apothekenhonorars erfordert. Die Politik hat dies unter anderem im aktuellen Koalitionsvertrag zugesagt, aber seitdem nichts unternommen. Dies ist der Grund für unseren Protest und unsere Petition „Apothekensterben stoppen – Koalitionsvertrag jetzt umsetzen!“. Bitte unterstützen Sie uns – jede Stimme zählt!
Das Apothekennetz wird immer dünner
Seit dem 31. Dezember 2013 mussten fast 20 Prozent der Apotheken in Deutschland schließen, und die Zahl sinkt immer weiter. Kamen vor gut zwölf Jahren noch durchschnittlich 25,6 Apotheken auf 100.000 Einwohner, waren es Ende 2025 nur noch 19,9. Wie das Schaubild zeigt, weichen die deutschen Zahlen damit deutlich von der Entwicklung in der restlichen EU ab. Keine gute Nachricht für die Patienten: Eine alternde Gesellschaft und der Trend zur Ambulantisierung, also zu regelmäßigen Arztbesuchen und zur Versorgung mit Medikamenten durch die Apotheke vor Ort statt längeren Krankenhausaufenthalten, machen ein dichtes Apothekennetz so wichtig wie nie. Dasselbe gilt für neue Versorgungsleistungen, die Betroffene zukünftig brauchen werden. Die verbleibenden Apotheken sichern auch weiterhin jederzeit zuverlässig die Versorgung. Aber für die Patienten werden die Wege weiter und anstrengender. Dies trifft keineswegs nur kranke oder ältere Menschen sowie manche Personen, die außerhalb der Großstädte wohnen.
Wie sicher ist Ihre Apotheke vor Ort?
Trotz der drastisch gesunkenen Apothekenzahl befinden sich weiterhin Tausende Betriebe dauerhaft in einer wirtschaftlich bedrohlichen Lage. Sieben Prozent aller Apotheken vor Ort machen sogar regelmäßige Verluste. Eine wichtige Ursache sind die im Vergleich zu 2013 um 65 Prozent gestiegenen durchschnittlichen Kosten. Bei den Personalkosten liegt der Zuwachs sogar bei fast 80 Prozent, Tendenz weiter steigend. Doch Fachkräfte müssen, auch in Zukunft, gut bezahlt werden. Demgegenüber stehen die gesetzlichen Krankenkassen, die prozentual immer weniger für die Apotheken ausgeben. 2024 betrugen die Ausgaben für das Apothekenhonorar gerade einmal 1,8 Prozent der Gesamtausgaben von 327 Milliarden Euro. 2013 waren es noch 2,4 Prozent. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist so oft nicht mehr möglich.
Die Politik muss handeln!
Der Politik ist die ernste Situation der Apotheken und die damit zusammenhängende Gefahr für die Versorgung der Bevölkerung bewusst. Die Regierungsparteien CDU, CSU und SPD haben die Apotheken vor Ort in ihrem Koalitionsvertrag vom 5. Mai 2025 als „häufig erste Anlaufstelle in der Gesundheitsversorgung“ benannt. Konsequenterweise heißt es dort auch: „Wir erhöhen das Apothekenpackungsfixum einmalig auf 9,50 Euro.“ Das ist bisher leider nicht geschehen: Zwar hat Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) dieses Vorhaben in vielen Gesprächen bestätigt und auch eine Apothekenreform angekündigt, die als Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) bereits das Kabinett passiert hat und im Bundesrat behandelt wurde. Die laut Koalitionsvertrag vorgesehene Honorarerhöhung ist jedoch nicht enthalten. Die Apothekerinnen und Apotheker fordern die Bundesregierung, den Bundestag und den Bundesrat dazu auf, die Apotheken finanziell zu stärken und eine sichere Versorgung der Bevölkerung mit Arzneimitteln und anderen Gesundheitsleistungen zu ermöglichen.
Wer die bedrohliche Situation vieler Apotheken vor Ort stoppen will, muss für eine schnelle Honorarerhöhung sorgen. Die laufenden Proteste und die Petition sollen dies unterstreichen. Bitte unterschreiben auch Sie!


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