Brummend, pulsierend, drückend: Schmerzen im Kopf fallen unterschiedlich aus. Leichter bis mittelschwerer Spannungskopfschmerz macht sich meist mit dumpfem beidseitigem Drücken bemerkbar und kann durch Verspannungen, Schlafmangel oder Stress verursacht werden. Ganz anders die Migräne: Die einseitig-pulsierenden, oft heftigen Attacken können durch Rotwein- oder Käsekonsum, aber auch durch Wetterumschwung oder einen veränderten Schlaf-Wach-Rhythmus ausgelöst werden. Unangenehme Migränebegleiter sind meist Appetitlosigkeit, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit.
Vorsicht bei Medikamenteneinnahme
Spannungskopfschmerz und Migräne können in der Selbstmedikation mit Medikamenten wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol behandelt werden. Allerdings sollte man bei der Einnahme Vorsicht walten lassen. Es drohen nicht nur Nebenwirkungen, sondern die Mittel können sogar selbst Kopfschmerzen auslösen! Patienten sollten mit dem Apotheker vor Ort individuell den richtigen Wirkstoff aussuchen. Grundsätzlich gilt: Rezeptfreie Analgetika nicht länger als drei Tage und an maximal zehn Tagen pro Monat einnehmen! Treten Kopfschmerzen oder Migräne plötzlich, regelmäßig oder besonders stark auf, sollte der Ursache mit ärztlicher Hilfe auf den Grund gegangen werden.
Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz
Weit über 200 unterschiedliche Kopfschmerzarten sind bekannt, doch in den allermeisten Fällen handelt es sich um einen Spannungskopfschmerz. Die Schmerzen, die sich oft nur wenige Stunden durch ein beidseitiges Drücken bemerkbar machen, fallen in der Regel leicht bis mittelschwer aus. Migräneattacken dagegen sind erheblich intensiver und mindern beträchtlich die Lebensqualität. Die unterschiedlich starken Anfälle dauern zwischen vier und 72 Stunden und gehen häufig mit Appetitlosigkeit, Übelkeit, Licht- und Lärmempfindlichkeit, Erbrechen und Sensibilität gegen Gerüche einher. Der einseitige Schmerz kann zudem innerhalb einer Migräneattacke oder von Anfall zu Anfall die Kopfseite wechseln. Migräne ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen, an der in Deutschland 18 Prozent der Männer und sogar 28 Prozent der Frauen leiden.
Medikamente und andere Hilfsmaßnahmen
In der Apotheke vor Ort können sich Schmerzpatienten kompetent zu einem individuell passenden Analgetikum beraten lassen. Für Kopfschmerzpatienten sind ASS, Ibuprofen oder Paracetamol die Mittel der Wahl. Helfen können außerdem Begleitmaßnahmen wie autogenes Training, Yoga oder aerober Ausdauersport. Für Migränepatienten empfiehlt sich bei einer Attacke die Einnahme von ASS, Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol mit oder ohne Koffein. Leiden die Patienten auch unter starker Übelkeit, kann der Arzt einen lindernden Wirkstoff verschreiben. Er wird zusätzlich zu dem ausgewählten Schmerzmittel verabreicht. Wann und wie diese Präparate am besten eingenommen werden, erfahren Patienten in der Apotheke. Ob im Einzelfall eine medikamentöse Prophylaxe ratsam ist, entscheidet der Arzt.
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Vorsicht bei verschreibungsfreien Triptanen
Liegt eine Unverträglichkeit gegen gängige Analgetika vor oder helfen diese nicht, können Patienten auf verschreibungsfreie Triptane zur Akutbehandlung von Migräneattacken zurückgreifen. Doch diese Medikamente dürfen nicht vorbehaltlos eingenommen werden. Vor der Einnahme ist eine Beratung in der Apotheke unerlässlich, da Anwendungseinschränkungen oder Kontraindikationen wie zum Beispiel Angina pectoris, koronare Herzerkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, transiente ischämische Attacke (TIA) oder fortgeschrittene periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) vorliegen können und daher diese Wirkstoffgruppe nicht für jeden Patienten geeignet ist.
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